Wechseljährig

Diese Woche sehr wechseljährig unterwegs.

Da denkt frau, alles gehe endlich dem Ende entgegen… Macht der Körper dann doch plötzlich was die Hormone noch wollen. Also mal volle Pulle Schmerz wie es Frau nur einmal Anfang 20 hatte.

Aber jetzt verstehe ich, warum ich  nicht laufen wollte. Okay, ist eine nachträgliche Erklärung des Phänomens einer völligen Unlust zum Laufen und Sport. Aber es könne sein…

Nur, dass frau innerhalb einer Woche 2 kg schwerer werden kann, nervt. Wassereinlagerungen, klar. Aber es nervt dennoch.

Also, Wechseljahre sind wechselhaft. Das habe ich diese Woche echt gelernt.

[Artikel zuerst hier gepostet]

Blick zurück nach vorn und rechts und links und oben und unten…

Es ist mal wieder Zeit. Schon vor zwei Jahren beschäftigte ich mich mit dem Thema Zeitmanagement auf diesem Blog. Es gab da etwas, was mich damals schon bekümmerte. Ich glaubte aber, mit dem richtigen Umgang sei alles kein Problem mehr.
Nein, das funktioniert so nicht. Da ist etwas, das nach einer Antwort sucht…

Zum Glück

Ich fing diese Suche mit der Frage an: Was ist glücklich sein? Manche macht der Beruf glücklich, andere das Hobby.
Glücklich hat mich die Zeit während des Studiums gemacht, als ich mich bildete, mir unentwegt Wissen aneignete.

Wie schön rund sich mein Leben im Erzählen darstellt.
Jedoch…
Dieses Erzählen ist ein Ergebnis.
Du siehst ein Ergebnis lebenslanger Mühen meinem Wesen gerecht zu werden.
Trotz aller Widerstände, Zweifel.

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Wechsel hin und her. Jedoch, bitte, ohne Hormone

Nele Tabler schrieb gestern folgenden Artikel auf ihrem Blog Wechseljahre sind nichts für die Öffentlichkeit, her mit den Hormonen!, der mich zu folgender Antwort inspirierte:

Nee, nee, keine Hormone… Nie, nicht, nimmer!!!

Das mit den 10 Jahren habe ich mir alsbald angelesen, als ich feststellte, dass es nun bei mir soweit ist: Ich wechsele.
Irgendwie hat sich mein Körper unbewusst daran gemacht, mich darauf einzustellen: Ich fing das Laufen just zu diesem Zeitpunkt an.
Und die Wallungen sind manchmal merkwürdig. Aber da habe ich anscheinend Glück gehabt. Friere ich doch sonst so gerne, erhalte ich nun hin und wieder einen Hitzestrom mein Rückgrat entlang. Und Schwitzen ist bei Normaltemperatur nicht so das Problem. Nur nachts! Okay, ich habe unterdessen ein Handtuch auf das Bettlaken gelegt und manchmal wechsele ich bis zu dreimal das T-Shirt. Aber ansonsten geht es.

Nein, nicht verbergen, Nele, proaktiv mit dem Thema sein! Es ist so! Fertig!
Ich will nicht, dass es mir peinlich ist! Und das soll es für andere auch nicht sein.

Das mit dem Pressemenschen lässt sich das nicht irgendwie regeln?
Was hätte er denn davon, wenn du nicht hübsch, kompetent etc. rüberkommst?
Hm.

Aber das mit den Hormonen ist echt keine gute Idee.
Besonders, wenn du den Wechsel doch bald vollendet hast. *smile*
🙂

Anmerkung i.U.: Oben im Text habe ich „Ich find“ zu „Ich fing“ korrigiert. Später im Text wurde aus „soll es für anderen“ „soll es für andere“.
 

Der Wechsel ist jetzt. Post kommt später.

Sie heißen „Wechseljahre? Ganz einfach!“, „Tabuthema Wechseljahre“, „Weisheit der Wechseljahre“, „Kursbuch Wechseljahre“, „Verwandlungen: Lesben und die Wechseljahre“ und „Der weise Leichtsinn“ – die Bücher für die Frau in den besonderen Jahren.
Und deuten mir mit ihren Titeln und Untertiteln an, dass alles ganz einfach sei oder ein Tabu. Die Frauen seien auf der zweiten Lebenshälfte angelangt und sollen trotzdem jung, schön und sinnlich bleiben. Und ja, tatsächlich Lesben gibt es.

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Aber mit den meisten der Bücher bin ich nicht glücklich geworden. Angefangen damit, dass mir empfohlen wird, erstmal zur Gynäkologin zu gehen, damit diese herausfindet, dass ich wirklich wechseljährig bin, wird ein großer Hauptaspekt auf Sexualität und Ernährung (gerne dabei erwähnt Phyto-Östrogene) gelegt. Weiter wird angedeutet, dass die Frauen dadurch, dass sie Mütter seien, an Lebensinhalt verlören, weil die Kinder aus dem Haus seien. Auch die Beziehung zum Ehemann würde sich ändern.
Ich fand mich zu 95% nicht mitgemeint.
Komisch.

Buchlektüre

Zwei Bücher, die Erfahrungsberichte zweier Heteras (Wenzel-Winter und Prüser) konnte ich ganz schnell und leicht lesen. Da diese vom Umfang angenehm und auch von der Schreibe wie ein Bericht waren.
Drei Bücher werde ich wahrscheinlich nicht weiterlesen. Nach dem ersten Hineinblättern machte mir neben dem Inhalt auch der Umfang (200, 259 und 566 Seiten) zu schaffen. Am heftigsten zu spüren war dies bei „Weisheit der Wechseljahre“. Hier verwendete die Autorin ein Großteil des Textes auf einerseits Hormontherapie und anderesseits eigene Eheerfahrungen. Bei einem Buch welches 566 Seiten hat, ist das schon recht langatmig.
Eines, dasjenige, dass Lesben als Zielgruppe hat, bin ich gerade am lesen. Mal sehen.

Besondere Lektüreerfahrung

Witzig fand ich, dass Heike Prüser in ihrem Erfahrungsbericht „Wechseljahre? Ganz einfach!“ auf Seite 27 davon erzählte, dass ihre Gynäkologin ihr mitteilte, dass sie mit 45 nicht in den Wechseljahren sein könne. Sie sei doch „viel zu jung“ dafür. Ich musste schmunzeln, als ich es las. Weil, das ist symptomatisch für viele Texte, die es über Wechseljahre gibt. Da wird munter der Wechsel mit der Menopause verwechselt. Und wenn das sogar ÄrztInnen passiert, wie sehr kann frau darauf vertrauen, dass sie richtig beraten wird?

  • Das statistische Durchschnittsalter für das Eintreten der Menopause liegt bei 52,3 Jahren
  • Die Wechseljahre beginnen durchschnittlich mit 47,5 Jahren, und die hormonelle Umstellung dauert im Schnitt 3,8 Jahre

Quelle: Kursbuch Wechseljahre, S. 20

Echt positiv aufgefallen ist mir bei meiner bisherigen Lektüre das Buch „Tabuthema Wechseljahre“ von Barbara Wenzel-Winter. Sie kam einfach auch mal zum authentischen Erleben und berichtete aus der alltäglichen Praxis. Bei der Lektüre war zu spüren, dass hier eine Frau schreibt, die es gerade erlebt und auch nicht verschweigt, was alles passieren kann. Hinweise, die ich in dieser Tiefe – außer Hitzewallung und Gemütsbefindlichkeiten – in keinem der anderen Bücher fand. Viele der Inhalte aus Wenzel-Winters Buch waren zuvor und sind auf ihrer Webseite zu finden Gedanken zum Klimakterium. Ein Erfahrungsbericht. Sie führt diese Seite auch kontinuierlich weiter.

Wie es mir mit der Lektüre zu den Lesben in den Wechseljahren ergehen wird, davon erzählt wahrscheinlich ein anderer Bericht.


Bücher- und Linkliste
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Die Leiter zur Weisheit

Mit Anfang 40 sich mit den Wechseljahren zu beschäftigen ist ein faszinierendes Unterfangen:

Als Teenager stolpert frau hinein in die Hormonumstellung. Verwirrt ob der vielen neuen Empfindungen und Auswirkungen, die dieser Einfluss auf den Körper hat und der vor allem von der Gesellschaft begutachtet und kommentiert wird (meist keine netten Erfahrungen für junge pubertierende Mädchen in einer männerdominierten Welt), ist die Hormonumstellung, die die Wechseljahre genannt werden, heimlich, ein Tabu – etwas, was es zu vertuschen gilt.

Dabei ist es doch spannend, zu erleben – weil frau erwachsen, bewusster erfährt -, dass das Leben endlich ist, dass der Körper ein Abgesang auf die ständige Wiedergeburt bringt und dennoch so viele Jahre an Leben noch vor einer liegen.

In vielen anderen Kulturen wird dieser Lebensabschnitt der Frau positiv besetzt:

Im Klimakterium geht es aufwärts. Die Frau erlangt mehr Reife. Dafür wird sie in Indonesien geschätzt und geehrt. In Teilen von Thailand gelten Hitzewallungen als Zeichen, dass die Frau eine höhere Lebensstufe erreicht hat und in eine spirituelle Phase eintritt.

Quelle:
gut-durch-die-wechseljahre.de/Weisheit: Mit Mitte 40 wird vieles klarer

Wechseljahre sind keine Krankheit.
Die meisten Frauen haben tatsächlich keine Probleme damit.
Zumindest keine, die mit Hormonen und Medikamenten zu bekämpfen seien.
Außerdem sollte sich frau anschauen, wer die Frau in den Wechseljahren krank sehen möchte… grayyes icon_censored

Was ich wirklich schade finde ist, dass tatsächlich nicht über diesen Lebensabschnitt geredet werden kann – weil es ein Tabu ist. Und so betrauert auch Frau Wenzel-Winter in ihren „Gedanken zum Klimakterium“ das fehlende Gespräch mit ihrer Mutter.

Deshalb:
Holt euch diese Erfahrung zurück!
Lasst sie euch nicht von anderen erklären, die darüber keine Erfahrung haben können.
Ich werde es für mich tun und klettern. icon_cool


Worterklärung:
Klimakterium: gr. klimaktér „Stufenleiter, kritischer Zeitpunkt im Leben“


Weitere interessante Infos hier: