To each her own

Unser letzter Film auf dem Filmfestival.

Inhalt

Die 25-jährige Jessica Sutterland (Hannah Hogan) ist mit Trevor (Shaughnessy Redden) verheiratet. Ein Kind ist geplant und es wird daran gearbeitet.
Eines Tages trifft Jessica die offen lesbisch lebende Casey (Tracy Rae), die zuvor nie länger mit einer Frau zusammen blieb. Eine Liebesgeschichte beginnt.

Dennoch kann sich Jessica auch nach zwei Monaten nicht für Casey entscheiden. Und als Jessica feststellt, dass sie schwanger ist, trennt sie sich von der verzweifelten Casey, die sie nicht loslassen möchte…

Eindruck

Der Film hat meines Erachtens eine sehr lange Anlaufphase. Es muss Spaß gemacht haben, in diesem Debütfilm der Regisseurin das Kuscheln zu filmen. Anscheinend hat Tobin sich im Film verloren. Konnte nicht die Entscheidng treffen, was wichtig ist, was nicht, um dem Film eine Richtung zu geben.

Ein starkes Thema war die Homophobie, die verinnerlichte und die gesellschaftliche. Aber gibt es tatsächlich Erziehungsmaßnahmen für Mädchen, die damit begründet werden, dass ein Verhalten als unpassend gekennzeichnet wird, weil eine als Lesbe gesehen werden könnte? Ich kenne die Variante, du bist doch ein Mädchen – mit allem, was da hinten dran hängen soll als Klischees, Rollenvorstellung etc.
Für mich wirkte es aufgesetzt.

Das Ende musste aufgrund der Filmlänge dann doch wohl mal sein, war aber für mich nicht nachvollziehbar, im Sinne von: es kam so plötzlich und unerwartet.
Da geschieht die „180 Grad Drehung“ des Ehemannes, von dem wir zuvor so gut wie gar nichts mitkriegten. Außer, dass er gut mit den Schwiegereltern klarkommt. Und dann erzählt er, dass er eine lesbische Tante hat, mit der er sehr gut konnte… (Wie lange waren die beiden zusammen? Seit College? Und er hat ihr nie erzählt, dass es sie gab und wie großartig er sie fand?)

Jessicas Selbst-Outing vor der Familie folgt dann sehr schnell, so nach dem Motto „Wir müssen das Ende in 10 Minuten packen“.

Es war gut, den Film gesehen zu haben. :yes:

Dennoch, ein bisschen weniger Kuscheln, heißt eine stärkere Stringenz, hätte dem Film sehr gut getan. :wave:

Trailer

Originaltitel: To each her own
Darsteller: Hannah Hogan, Tracy Rae, Shaughnessy Redden, Don Berns
Regie: Heather Tobin
Drehbuch: Heather Tobin
Länge: 109 Min.


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Steam

Unser Montagabendeventfilm auf dem Filmfestival.

Inhalt

Steam erzählt die Geschichte von drei Frauen aus mehreren Generationen, die durch Beziehung ihre persönliche Stärke erkennen. Die Frauen verbindet ein Dampfbad, welches sie besuchen.

Doris (Ruby Dee) ist verwitwet und hat sich deshalb immer mehr zurückgezogen. Die Freundschaft mit August (Dick Anthony Williams) bringt sie ins Leben zurück, auch wenn er verstirbt.

Laurie (Ally Sheedy) ist geschieden, hat einen Sohn, dessen Vater nun mit einer viel jüngeren Frau zusammen ist. Dieser Mann will ihr den Sohn entfremden und letztendlich mit irgendwelchen Taktiken für sich und seine „neue“ Familie haben.
Laurie fängt mit einem viel jüngeren Mann, Roy (Alan Ritchson), eine wie auch immer geartete Beziehung an.

Elizabeth (Kate Siegel) hat gerade angefangen zu studieren und wohnt deshalb auf dem Campus. Ihre Eltern wollen sie dennoch dazu verpflichten, dass sie regelmäßig Zuhause auftaucht und sonntags die Kirche mit ihnen gemeinsam besucht. „Yes, Sir!“
Elizabeth verliebt sich in ihre Kommilitonin Niala (Reshma Shetty) und erlebt ihr Coming Out als Lesbe.

Eindruck

Ein rundum gelungener Film mit offenem Ende, aber irgendwie einer Aussicht auf Happy End – die Charaktere werden das schon machen.
Die sehr positive Überraschung für mich auf diesem Festival. :yes:

Anmerkung

Ich hab’s jetzt nicht als so schlimm erlebt, aber in diversen Artikel von bisexuellen AutorInnen, wird darauf hingewiesen, dass der Bi-Charakter des Films wieder mal ziemlich schlecht weggekommen sei. Es hätte doch nichts dagegen gesprochen, diesen Charakter einfach lesbisch sein zu lassen und fremdgehen zu lassen…
Okay.
Kann ich zustimmen.
Der Film würde auch mit einer Lesbe funktionieren.
Ich kann aber auch ganz gut mit der bestehenden Filmversion leben. :>

Trailer

Originaltitel: Steam
Darsteller: Ruby Dee; Kate Siegel; Reshma Sheety;
Regie: Kyle Schickner
Drehbuch: Kyle Schickner
Länge: 117 Min. (1 Std. 57 Min.)
Genre: Drama


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Anschließend folgen noch ein paar Filme mit Interviews und Hintergrundinformationen…
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I Can’t Think Straight

Diesmal das Matinee-Programm zum Filmfestival.

Inhalt

Tala (Lisa Ray) hat bereits drei Hochzeiten platzen lassen und steht nun vor der vierten geplanten Eheschließung in Jordanien. Sie kann an dem zukünftigen Ehemann einfach nichts finden, um auch diese Hochzeit vorzeitig zu beenden.

In Großbritannien trifft sie über einen Freund Layla (Sheetal Sheth).

Auf einer Reise nach Oxford kommen sich die beiden Frauen näher.
Während für Layla dies schon bald das Startzeichen für ihr Coming-Out ist, kann Tala ihrem Verlobten nicht wehtun, außerdem gehe es sowieso nicht.

Eindruck

Luftig, leicht, lustig. Ein Feelgoodmovie, das viele Klischees bediente, aber schöne Frauen bot. 😉
Nur, dass schon wieder die Mütter die Bösen sind, könnte mal langsam geändert werden…

Anmerkung

Der Film lief im Sonntagmorgen-Matinee mit Kaffee und Croissant. Es gab mal eine Zeit, da war dies die nette Gelegenheit, um eine Art Get-Together auf dem Filmfestival zu schaffen.

Unterdessen haben sich die Voraussetzungen geändert:
Die Örtlichkeit für den Kaffee ist außerhalb der Kinosäle und es gibt keine Platzkarten mehr.

So geschah es, dass viele sich nur einen Kaffee abgriffen und in den Saal huschten, um Plätze für viele andere, die nachfolgen sollten, schon vorab mit ihren Mäntel, Jacken und Rucksächen als besetzt zu belegen.

Es war mühselig, später in den Saal zu kommen und ob dieser Belegtheit einen Platz zu finden.
Und das, obwohl wir schon ganz zu Beginn des Kartenvorverkaufs bereits Karten für dieses Event kauften und uns sehr auf die Veranstaltung freuten.
Wir waren ziemlich grummelig und griesgrämig darüber.

Meine Frau hat eine gute Lösung, die sie mir erzählte:
Platzkarten!
Nur für dieses eine Event.
Ansonsten brauchts keine.
Aber hier.
So kann die Gemütlichkeit wieder ihren Platz finden und mit Ruhe sich mit verschiedenen Besucherinnen des Filmfestivals bei Kaffee und Croissants unterhalten werden.

Liebe VeranstalterInnen, könntet ihr das das nächste Mal veranlassen?
Ansonsten sollte dieses Event anders geplant werden – ohne Kaffee und Croissant – und der Preis wäre dann auch für den Film nicht mehr gerechtfertigt.

Trailer

Liebesgeschichte, 2007, GB, 80 Min..
Darsteller: Lisa Ray; Sheetal Sheth; Antonia Frering;
Regie: Shamim Sarif
Drehbuch: Kelly Moss; Shamim Sarif
Länge: 80 Min. (1 Std. 20 Min.)


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Gray Matters

Unser Samstagabendfilm auf dem Festival.

Inhalt

Gray (Heather Graham) und Sam (Tom Cavanagh) sind Bruder und Schwester, teilen eine Wohnung und viele Interessen miteinander. Sie kommen häufig gemeinsam zu diversen Einladungen, so dass sie auch für ein Paar gehalten werden.
Eines Tages im Park sehen sie Charlie (Bridget Moynahan) und Gray spricht sie an.

Zwischen Charlie und Sam entwickelt sich schnell eine Beziehung und bereits nach einer Woche möchten sie heiraten.

Verwirrt darüber, warum sie es verwirrt macht – ist sie eventuell eifersüchtig auf Charlie, weil sie ihren Bruder wegnimmt? – lässt sich Gray überreden, mit nach Las Vegas zu kommen, um der Hochzeit beizuwohnen.

Am Junggesellinnenabend haben Gray und Charlie viel Spaß miteinander. Charlie ist ziemlich betrunken, als es zu einem Kuss zwischen beiden kommt.

Eindruck

Mir hat der Film gefallen. Auch wenn ich jetzt so einige Kritiken gelesen habe, die etwas abfällig darüber schreiben.
Ich fand’s stimmig, dass die beiden Geschwister halt eine gemeinsame riesige Wohnung bewohnten. Gray und Sam haben beide Berufe, die ihnen ein Privatleben, heißt Kennenlernen von neuen Leuten ziemlich erschwert: sie arbeitet in einer Werbeagentur, er ist Arzt.

Auch hat mir gefallen, dass nie ein Zweifel darüber aufkam, ob Charlie nun in Gray verliebt ist oder nicht. Das Chaos gab es einfach nicht.

Es war nur ein Chaos in Gray, die für sich die Entscheidung treffen musste, wer sie ist und dass sie mit sich glücklich ist.
Wie es erzählt wurde im Film hat mir gefallen. So ist das. 🙂

Anmerkung

Durch die Recherchen habe ich folgende Info noch rausgefunden: Die Regisseurin bearbeitet darin auch ihre Geschichte, heißt das Coming Out ihrer Schwester, mit der sie eine gute Beziehung hat, auf.

Trailer

Originaltitel: Gray Matters
Darsteller: Heather Graham; Tom Cavanagh; Bridget Moynahan;
Regie: Sue Kramer
Drehbuch: Sue Kramer
Länge: 96 Min. (1 Std. 36 Min.)


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PUCCINI FOR BEGINNERS

Lustig, leicht, luftig das ist die neue Liebes-Dreieck-Komödie von Maria Maggenti.

Inhalt

Samantha (Julianne Nicholson) macht mit Allegra (Elizabeth Reaser) Schluss, weil diese die drei berühmten Worte nicht sagen kann. Allegra lernt auf einer Party Philip (Justin Kirk) kennen und nach dem zweiten Treff landen beide im Bett. Es kommt zu einer Paarbildung, Phil trennt sich von Grace, obwohl Allegra sagt, dass sie lesbisch ist.
Noch in ihrer Trauerphase um Samantha geht Allegra ins Kino und lernt nach dem Kinobesuch Grace (Gretchen Mol) kennen. Diese trifft sie später wieder, nachdem sie mit Phil zusammengekommen ist. Und irgendwie muss es so sein, landen Allegra und Grace im Bett.

Zu einem Showdown kommt es, als alle irgendwie zur Verlobungsfeier von Sam, die zu ihrem Ex-Freund zurückgekehrt war, kommen.

Eindruck

Irgendwie war es lustig. Witzig.
Wenn ich mir auch so ne Dreieckskiste – gar mit einem Mann – nicht gerade als das Thema vorstellen kann.
Auch war mir die Geschichte mit Phil zu weit ausgebreitet, während die mit Grace eher so was wie ein Nebenschauplatz war.
Aber es war lustig.
Mir hat vor allem die Kaltschnäuzigkeit der blonden vorherigen Ex von Allegra gefallen, die auch deutsch konnte.
(Name konnte ich gerade nicht ausfindig machen.)

Auch wenn der Eintrag nicht so klingt, es wird ein Film werden, den ich in der DVD-Sammlung haben werde. :yes:

Trailer

Titel: Puccini for Beginners
Laufzeit: 82 Min.
Land: USA
Sprache: Englisch


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The Secrets

Ich bin froh, dass ich es mir nochmals überlegt hatte und diesen Film vom Festival noch mitnahm.

Inhalt

Die Geschichte handelt von Naomi (Ania Bukstein), Tochter eines orthodoxen Juden, einem berühmten Rabbiner. Ihre Mutter wird gerade beerdigt, dennoch sollen die Hochzeitsvorbereitungen mit einem Schüler ihres Vaters weiter betrieben werden.
Naomi kann ihren Vater überzeugen, dass sie eine Auszeit erhält, die Hochzeit verschiebt und in ein Seminar für Frauen geht, um dort die Torah zu studieren.

In diesem Seminar lernt sie Michelle (Michal Shtamler) kennen, die zuvor durch Zufall Anouk (Fanny Ardant) kennenlernte, eine Frau, die nach einer Haftstrafe wegen Mordes nun in Safed lebt und aufgrund ihrer Krankheit (Krebs) den Tod erwartet.

Michelle überredet die begabte Studentin Naomi kabbalistische Reinigungsriten mit Anouk durchzuführen, weil diese vor ihrem Tod Frieden mit Gott machen möchte.

Dies sind bereits zwei Problemfelder, die im Film behandelt werden:

  1. Orthodoxe Frauen, die ebenfalls in die Mysterien der Religion eingeführt werden möchten.
  2. Geheime Riten, die ohne Erlaubnis des Rabbis an Anouk ausgeführt werden.

Und ja, wir befinden uns ja derzeit auf einem schwullesbischen Filmfestival: Da gibt es noch eine Geschichte zwischen Naomi und Michelle.

Eindruck

Ich sitze hier und merke, dass die Ruhe dieses Films einen unheimlichen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Auch fand ich es spannend, in diese mir dann doch fremde Welt des orthodoxen Judentums eingeführt zu werden.
Vor allem diese Wirkung mit der Originalfassung, Hebräisch und Französisch, beides Sprachen, die ich nicht kann, macht viel von dieser fremden faszinierenden Welt aus. (Würde mich aber freuen, wenn es bei der DVD nicht nur englische Untertitel, sondern auch deutsche gäbe.)

Fanny Ardant ist natürlich großartig. Aber auch die beiden Hauptdarstellerinnen überzeugten mich. Und im Prinzip ist der Film in der Selbstfindung, die Naomi erfährt, positiv zu bewerten. Auch wenn kein Happy End in meinem Sinn herauskam.

Filmtrailer

Titel: The Secrets
Laufzeit: 120 Minutes
Land: France, Israel
Sprache: Französisch, Hebräisch mit englischen Untertiteln


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Verzaubert

Einmal im Jahr Kino mal mit ganz anderen Augen erleben dürfen, darauf warten wir stets mit Spannung.

Das „internationale Queer Filmfestival“ feiert dieses Jahr seinen 18. Geburtstag.

Wobei ich mich auch an Bezeichnungen wie schwullesbisches Filmfestival erinnern kann.
Aber queer ist ja nun in.

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Mal sehen, ob die Filme mit lesbischem Inhalt die Qualität einhalten, wie es versprochen wurde. :>

Verzaubert – 18. Internationales Queer Filmfestival


Gut ein Viertel der Verzaubert-Filme sind Frauenfilme
„Andere Festivals halten die 50/50 Quote, aber unser Publikum ist sehr anspruchsvoll, was ein großes Kriterium bei der Auswahl der Filme ist. Wir haben ein cineastisches Publikum, daher versuchen wir gute Produktionen und gute Filme, mit guten Darstellerinnen zu zeigen.“ Der Erfolg gibt ihr Recht, denn „Wir haben in den letzten Jahren viele lesbische Zuschauerinnen dazu gewonnen – das freut uns natürlich“ meint Frederike Dellert (einzige Frau im Team der Verzaubert-Macher, i.U.).

Quelle: gab Das Gay Magazin, März 2009, S. 8