Comic! Jahrbuch 2009

Gestern Abend finde ich mal Zeit im Comic! Jahrbuch 2009 zu blättern. Dabei entdecke ich den Artikel von Klaus Schikowski „Der Comic in den Zeiten von Web 2.0. Ein Streifzug durch gezeichnete Tagebücher, Comic-Blogs und andere Online-Veröffentlichungen“.

Ah, interessant.
Darüber habe ich auch schon mal nachgedacht.

Blättere in dem Band weiter …

… und erhalte fast einen Herzkasper als ich das sah:

blog-001

Mein Blog ist da aufgelistet!
*bummbumm**bummbumm*
Warum das denn?
*bummbumm**bummbumm*
Und ich scanne den Artikel, ob gegebenenfalls und wo der Blog eine Erwähnung findet.
*bummbumm* *bummbumm* *bummbumm* *bummbumm* *bummbumm*

[ nach oben ]


Beim Scannen stelle ich die Tonalität fest. Im Artikel geht es vor allem um Toon-Blogger, Comic-Kunstschaffenden, die im Web auftreten.
Das gefällt mir sehr.

Ah, da ist es ja auf Seite 49:

Doch ein Blog kann nicht nur als darstellende Funktion verstanden werden, das Grundkonzept eines Blogs, die regelmäßige Veröffentlichung, kann natürlich auch genutzt werden, um über Comics zu schreiben. Dadurch findet auch eine neue Form der Auseinandersetzung mit der Gattung im Internet statt.

Genau. :yes:

„Schuld“ daran ist der sogenannte „Bürgerjournalismus“, da sich durch die Form der Blogs ein jeder mitteilen kann. So auch innerhalb der Comic-Berichterstattung geschehen, wo nun die Blogs vermehrt das Geschehen auf dem Comic-Markt (und sei es nur als Rezension) kommentieren.

Bürgerjournalismus?
Ich bin doch nur Comicleserin, die über ihre persönlichen Comic-Eindrücke schreibt.

Sie tragen Namen wie „Welt am Draht“, der „Comic-Neurotiker“, „Ja! Es sind Comics!“, „Germanga“ oder „(Fast) alles über Comics“. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Beiträge reichen von „lesenswert“ bis „belanglos“ und die Inhalte von „gut“ bis „gut gemeint“. Manche posten einfach nur die News aus diversen Newslettern, anderen haben eine gezielte Programmatik.

Das kann mensch laut schreiben. Spitze des Eisbergs. :yes:
„Wir“ sind der ganze bloggende Eisberg. Würd ich mal behaupten.
Weil soviele Blogs, die unabhängig über Comics schreiben, gibt es in den deutschsprachigen Ländern nicht.
Ob ich dabei eine „gezielte Programmatik“ habe, hm.
Vielleicht: Comic lesen macht Spaß. :wave:

Der Leser sollte sich am Besten selbst ein Bild machen und dann schauen, was ihm am ehesten zusagt. Denn noch fehlt es manchen Beiträgen an Sachkenntnis, zudem fehlt es leider auch oft an einer kritischen Betrachtung in den Rezensionen.

Hm? Kritische Betrachtung?
Ist das dasselbe, was ich bemängele, dass es in einigen Blogs nur Lobeshymnen auf Comics gibt und nichts anderes? Woher soll mensch dann wissen, ob das Comic nun gut für eine ist oder nicht, wenn alle gut dargestellt sind?
Oder ist damit gemeint, dass manche nicht wissen, wie eine kritische Betrachtung funktioniert – mea culpa ?

Und Sachkenntnis… diese Forderung schließt so aus.
Muss mensch ein Studium über Comics abgeschlossen haben, um zu erzählen, dass sie ein Comic gut findet?
Ich fand es immer schon schwierig mit diesen Kriterien, die in Deutsch und Germanistik geboren wurden, um zu sagen, dass die Lektüre hervorragend gut sei.
Ich habe gelernt – auch in meinem Studium -, dass jedes Buch, jedes Comic jeweils unterschiedlich gelesen werden kann. Es kommt halt drauf an, wer es liest.

Das Engagement der jeweiligen Blogger ist aber dennoch äußerst lobenswert, denn letztlich machen es alle aus reinem Idealismus und aus Spaß am Medium.

Danke. 🙂

Idealerweise sollte aber in Deutschland eine Vernetzung der einzelnen Online-Kritiker stattfinden, um dann eine gemeinsame Comic-Kritik zu etablieren, denn immer noch herrscht eine geradezu disparate Meinung darüber, wie ein Comic nun abschließend zu bewerten ist und welche Kriterien der Einzelne anlegt.

Wobei ich die Vielfalt gerade spannend finde, wie ich es oben bereits angedeutete. Denn „hochoffizielle Kritiken“ lesen sich meist wie gegenseitig abgeschrieben.

Und bei aller Objektivität der Journalisten aus der Presse, berichten sie doch auch nur subjektiv darüber, was ihnen gefällt.
Da ist es mir lieber, ich kann ehrlich erkennen, was die Schreibenden mögen oder nicht mögen, wenn ich sehe, der Blog ist subjektiv geschrieben und es wird mal dargestellt, was nicht so gefällt.

Es mag aber natürlich auch sein, daß sich eine Kritik mit zunehmender Akzeptanz des Mediums selbst reguliert.

Kann sein.

Solange dies aber unentgeltlich geschieht, bleibt das Ganze den Fähigkeiten und der Vision des Bloggers vorbehalten. Zunächst sieht es so aus, als würden die Blogs die Uneinheitlichkeit einer deutschen Comic-Kritik nur noch mehr verstärken …

Ich find das klasse. :yes:

Man wird abwarten müssen, wie sich die Berichterstattung im Netz auswirkt, denn es ist natürlich auch aus Idealismus entstanden, Gelder gibt es dafür bis auf weiteres keine. Höchstens Comics.

Alle Zitate Quelle: a.a.O S. 49

Geld will ich nicht.
Und Rezensionsexemplare habe ich auch schon ausgeschlagen, weil ich damit das Gefühl erhalte, ich müsse erstens darüber schreiben und zweitens muss es irgendwie doch positiv sein.

Über die erhoffte Auswirkung unseres bloggenden Tuns habe ich mit meinem Artikel „Comics neu erfinden – Oder was will die Leserin?“ schon versucht, meine Gedanken klarer zu fassen.

Ich denke, was die Basis von aller wie auch immer gearteten Tätigkeit sein sollte, ist das Gefühl, dass Comics gemocht und wertgeschätzt werden. Das wäre für mich schon mal ein guter Anfang.

Vielen Dank, Klaus Schikowski, für den wunderschönen Artikel. flowers

So konnte ich mir wieder schreibenderweise Gedanken über meine Motivation machen. type


„Newsblogs“


comic-jahrbuch-2009 Comic! Jahrbuch 2009: Comic – Cartoon – Trickfilm
von Burkhard Ihme (Herausgeber)
Broschiert: 239 Seiten
Verlag: Interessenverband Comic e.V. ICOM; Auflage: 1 (11. Oktober 2008)
Sprache: Deutsch

[ nach oben ]

 

Advertisements

2 Kommentare zu “Comic! Jahrbuch 2009

  1. Kann mich Dir eigentlich nur anschließen.

    Die im Artikel erhobene Forderung nach einheitlichen Kriterien für Comic-Kritik finde ich im Grunde korrekt, schließlich kann jede Autorin und jeder Autor diese Kriterien unterschiedlich gewichten, wodurch sich ganz unterschiedliche Ansichten ergeben.

    Das bemängelte Fehlen etablierter Kriterien betrifft allerdings nicht nur die Comic-Blogs, sondern praktisch alle ästhetischen Kritikfor(m)en im Web, die nicht dem klassischen Print-Feuilleton entsprungen sind.

    Gefällt mir

    • Hm. Ja.

      Von daher kann ich schreiben, dass es wichtig ist, zu wissen, woraus ein Comic bestehen kann: Panel, Sprechblasen etc. Es fängt dann schon an schwierig zu werden, zu definieren, was für die einzelne „Kritik“ überhaupt ein Comic ist…

      Bei der „Bewertung“ wird es nie wirklich einheitlich sein können, weil im Gegensatz zu Mathematik wird bei Comics, Büchern und Gemälden immer pro Kritik etwas anderes rauskommen, weil jeder Mensch die eigene Wertskala mit sich trägt.

      Und ich bin nicht mit dem Anspruch in Comicland unterwegs, darüber zu entscheiden, was „allgemein“ gut, was schlecht etc. ist, sondern ich erzähle, was mir gefallen hat und was nicht und versuche es zu begründen, warum das so ist.

      Meine Vorstellung ist, wenn ich über eine längere Zeit lese, was jemand anderes für gut oder schlecht hält und es gegen meinen Geschmack halte, dann kann ich bei neueren oder mir unbekannten Ausgaben einschätzen, ob es etwas für mich ist oder nicht.
      Ich bin da ganz subjektiv Leserin.
      Ich will auch nichts anderes sein.
      Und so schreibe ich auch. 🙂

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s